
- Editor: Robert Gollo Steffen
- Auflage: 1. Auflage 2018
- ISBN: 978-2-87967-233-5
- Veröffentlicht: September 1, 2018
Kriminalroman
Sprache: Deutsch
Op der Lay 189
2018
Marco Schank veröffentlicht mit Damit die Nacht vergeht seinen neunten Kriminalroman und es ist mittlerweile sein sechster Roman mit der literarischen Figur, die er 2002 geschaffen hat: Commissaire Robert Mathieu von der luxemburgischen Police judicaire.
Die Tatorte sind bei diesem Autor sehr oft im Ausland zu finden und doch auch wieder in Luxemburg, also an Orten, die seinen Lesern vertraut sind. Dabei sind seine Romane immer auf aktuellen Zeitgeschehen aufgebaut, die Marco Schank genau recherchiert hat, und damit sind seine Geschichten gar nicht so unwahrscheinlich.
Auf der Suche nach seinem entführten Freund und Kollegen Armand Muller reist Commissaire Robert Mathieu nach Marokko. Dort trifft er auf die Familie einer der meistgesuchten Terroristinnen Nordafrikas – und entgeht nur knapp einem Mordanschlag.
Zurück in Luxemburg folgt er mit Hilfe der Asylsuchenden Faizah der Spur skrupelloser Waffenhändler, die auch vor einem kaltblütigen Attentat nicht zurückschrecken.
Am Ende steht Mathieus Leben auf dem Spiel …
Spannung ist also auch wieder in Marco Schanks neuem Krimi garantiert. Man muss natürlich nicht die vorherigen Romane gelesen haben, um diese Geschichte zu verstehen, aber Commissaire Robert Mathieu, seine Freundin Ulrike Schaeffer, sein Kollege Armand Muller u.a. sind Menschen wie andere auch, haben ihre Probleme, altern … Und so gibt es schon Leser, die diese Entwicklung der Protagonisten miterleben wollen.
Auszug aus: “Damit die Nacht vergeht”:
Eben will er zurück ins Bett, als sein Handy in seiner Hosentasche vibriert. Er sieht auf das Display.
„Robert? Hier ist Armand …”
Seine Müdigkeit ist wie weggeblasen.
„He! Hallo, du Schwerenöter! So spät noch? Alles in Ordnung?”
Der Anrufer atmet schwer, scheint sich hastig fortzubewegen. „Du musst mir helfen. Die sind hinter mir her.”
„Verdammt! Was ist los? Wo bist du?”
Wildes Keuchen dringt an sein Ohr. Niemand antwortet.
„Armand! Red mit mir!”
Motorengeräusche sind zu hören. Mal näher, dann wieder weiter entfernt. Ein Zweitakter, vielleicht ein Moped. Jemand gibt Gas. Immer wieder.
„Wo bist du? Sag doch was!”
Die Stimme am anderen Ende flattert.
„Ich versteh nicht. Was sagst du? Sprich lauter!”
„… Marokko. In Marrakesch … ich werd verfolgt. Die haben automatische Waffen.”
„Was um alles in der Welt tust du in Marokko? Und wer sind die?”
„Weiß nicht genau. Waffenhändler … Extremisten … Verdammt! Die kommen näher …”
„Hast du die Polizei gerufen?”
Wieder dieses Keuchen. Dann das wilde Kreischen eines Zweitakters.
„Die haben Verbindungen überallhin.”
„Wo bist du?”
„Die Altstadt, in den Souks … ich hab mich verlaufen …”
„Genauer, Armand! Gibt’s keine Straßennamen, spezielle Geschäfte, oder so? Ich brauch Hinweise, wenn ich helfen soll.”
„Nein, nein! Hier sieht alles gleich aus.”
„Mach Fotos mit dem Handy. Hörst du!?”
Plötzlich sind Schüsse zu hören. Schnelles Feuern.
„He! Was geht da ab?”
Eine halbe Ewigkeit lang hört man gar nichts. Dann wieder schnelle Schritte.
Vielleicht ist es ihm gelungen, sich irgendwo zu verstecken.
Jetzt hört er ihn keuchen.
Mit einem Mal ohrenbetäubender Lärm. Als würde gegen eine Tür getreten.
Dumpfe Schläge, dann ein Donnern, eine Explosion vielleicht.
Armand flüstert. Kaum zu verstehen. „Hör zu, Robert! Sieh in unsere Cloud rein! Da ist was Großes am Laufen … mein Gott, sie kommen …”
Das Splittern von Holz, Getrampel von Stiefeln. Alles scheint jetzt in nächster Nähe zu passieren.
Mathieu schreit ins Telefon. „Armand! Ich versuche die Polizei dort unten zu erreichen.”
„Es ist zu spät. Ich … ich war in Sidi Riam … Amina, ihre Familie lebt dort …, aber sie war nicht da … Ihre Brüder haben mir einen USB gegeben … mit einem Video, in dem ein Hubschrauber einen Typen absetzt, einen Waffenhändler … du musst …”
Die Verbindung bricht ab.
Mathieu flucht laut. Er geht auf Anrufliste und drückt Armands Nummer.
Die Mailbox meldet sich.
„Merde!”, brüllt er.
Was kann er tun? Mitten in der Nacht.
Sein Handy piepst.
Ein Blick auf’s Display. Eine WhatsApp.
Armand hat ein Foto geschickt. Unscharf.
Im Hintergrund ein Laden.
Eine Folienschrift auf einem Schaufenster:
Céramique – handmade – Argan …