
- Herausgeber: Robert Gollo Steffen
- Ausgabe: 1. Auflage
- Erhältlich in: Taschenbuch
- ISBN: 978-2-87967-208-3
- Veröffentlicht: September 1, 2015
Sprache: Deutsch
Kriminalroman
Op der Lay 180
2015,
288 Seiten, broschiert
Einige Jahre mussten die Krimi-Leser schon auf den neuen Roman von Marco Schank warten.
Aus zeitlichen Gründen kam dieser Autor nämlich gar nicht zum Schreiben von Kriminalromanen, weil er Minister in der Luxemburger Regierung geworden war und diese Arbeit ihm die Zeit für literarisches Schreiben nicht mehr gestattete.
Dass es zu einem Regierungswechsel kam, weiß natürlich jeder Luxemburger. Und gerade dies ermöglichte es Marco Schank, wieder seinem Hobby als Kriminalschriftsteller nachzugehen – und gleichzeitig hatte er auch das Thema für seinen neuen Roman gefunden. Intrigen um Spitzenkandidatur und Dreierkoalition: Wer seine Krimis mit dem von ihm erfundenen Luxemburger Commissaire Robert Mathieu mit Genuss gelesen hat, wird auch von von «Todfeind» begeistert sein. Und das waren schon sehr viele!
April 2011: Die Luxemburger Umweltministerin Katia Antony wird während einer Konferenz für nukleare Sicherheit in Kiew wegen Drogenbesitzes verhaftet. Tage später verschwindet sie spurlos aus dem Gefängnis.
Die Ermittlungen in diesem aufsehenerregenden Fall führen Commissaire Robert Mathieu und seine ehemalige Lebensgefährtin, Verfassungsschützerin Ulrike Schaeffer, wieder zusammen und … in die Untiefen der Politik.
Auszug aus Todfeind:
Katia hoffte inständig, dass alles gut gehen würde.
Seufzend schälte sie sich aus dem Bettlaken und wischte die düsteren Gedanken beiseite. In einer knappen Dreiviertelstunde traf sie unten im Foyer den Fahrer der Botschafterin Marie Berlot, die sie zum Essen in ein Restaurant
in der Nähe des Maidan-Platzes eingeladen hatte. Luxemburg unterhielt in der Ukraine keine eigene Auslandsvertretung, zuständig war deshalb die Botschaft in Prag.
Vorher jedoch brauchte sie dringend eine Dusche. Eilig ging sie ins Badezimmer, schloss die Tür, pulte eine Duschhaube hervor und zog sich aus. Nach einigem Hin und Her gelang es ihr, die gewünschte Wassertemperatur einzustellen.
Sie stand bereits unter dem Wasserstrahl und wollte die Kabine vollends zuschieben, als sie glaubte, draußen laute Geräusche zu hören.
Genervt drehte sie den Hahn zu. Es waren Schreie, aber es hörte sich an, als käme der Lärm aus ihrem eigenen Zimmer. Aber das konnte nicht sein. Sie öffnete die Duschkabine, als im gleichen Moment jemand die Badezimmertür aufriss.
Katia schrie wie am Spieß, versuchte ihre Brüste zu bedecken, wich entsetzt nach hinten. Ihre Beine gaben nach. Sie sank nach hinten und schlug rücklings gegen die Duschkabine. Wie im Nebel stierte sie diesem Jemand entgegen.
Der Mann, der ihr gegenüberstand, trug Uniform und wedelte mit einer Pistole vor ihren Augen. Er sprach ein, zwei Sätze, die sie nicht verstand. Mit einer Hand riss er den Bademantel vom Haken, warf ihn ihr hin und bedeutete ihr aufzustehen. Während sie sich aufrappelte und umständlich den Mantel überstreifte, erschien ein weiterer Uniformierter in der Tür.
Mit beiden Händen hielt Katia den Bademantel auf Brusthöhe fest umklammert und schüttelte den Kopf.
Stotternd versuchte sie auf Englisch zu erklären, dass sie Ministerin sei und an der Atomkonferenz teilnehme, aus Luxemburg, der EU, und dass sie …
Weiter kam sie nicht. Der Vordere reichte seinem Kollegen seine Waffe, machte blitzschnell einen Schritt auf Katia zu, drückte ihre beiden Arme mit seiner Linken hinter ihrem Rücken wie in einem Schraubstock zusammen.
Mit einem Nicken schob er sie vor sich her aus dem Badezimmer.
Zitternd musste Katia mit ansehen, wie zwei Beamte in Zivil dabei waren, ihre Sachen im Schrank und in den Schubläden zu durchwühlen. Einer durchsuchte ihren Koffer und leerte eben die kleinen Seitentaschen.
Papierhandtücher und Hygieneartikel flogen aufs Bett. Ehe Katia protestieren konnte, sagte er etwas, was sie nicht verstand, und hielt triumphierend zwei kleine Päckchen aus durchsichtigem Kunststoff mit offensichtlich weißem, staubfeinem Inhalt in die Höhe.